Interview

 

Michael ChristJeder Mensch hat Angst vor dem Krankenhaus. Aber das Krankenhaus ist keine Maschine, denn Medizin wird von Menschen gemacht. Um den Lesern einen Einblick hinter die Kulissen zu gewähren, kommen in zwölf Folgen Mitarbeiter des Orthopädischen Krankenhauses Schloss Werneck zu Wort, die sich und ihren Arbeitsplatz vorstellen. In der heutigen Folge spricht Herr Michael Christ. Er ist Elektromeister und stellvertretender technischer Betriebsleiter. Seit 1992 leitet er die Elektrowerkstatt.

Herr Christ, was genau machen Sie?
Wir reparieren, halten instand, sind mit Wartungsplänen in das Qualitätsmanagement eingebunden und bauen teilweise selber um. Auch an den Renovierungsmaßnahmen sind wir stark beteiligt. Quasi nebenbei bin ich noch Qualitätsmanagement und Brandschutzbeauftragter.

Wie viele Handwerker arbeiten denn im Schloss?
Der Technische Dienst umfasst 23 Mitarbeiter – einen technischen Betriebsleiter, 2 Maurer, 2 Installateure, 4 Schlosser, ein Fußbodenleger, 2 Schreiner, 5 Tüncher, 3 Mitarbeiter des Fahrdienstes und 3 Elektriker. Dazu kommt noch ein Team von 3 Gärtnern für den Schlosspark.

Für eine Klinik hört sich das nach vielen Leuten an…
Auf den ersten Blick vielleicht, aber wir sind ja auch für das Psychiatrische Krankenhaus und für 4 Heime zuständig – und natürlich für das Schloss, also die Orthopädie.

Das klingt, als ob Ihnen die Orthopädie besonders am Herzen liegt?
Auf jeden Fall, denn der OP und die Intensivstation sind unsere technisch anspruchsvollsten Bereiche. Die Technikzentrale unter dem OP ist fast doppelt so groß wie der OP selbst.

Also ganz High-Tech und High-Care auch hinter den Kulissen?
Ganz genau – denken Sie nur an die elektrische Versorgung von OP, Kernspin und Röntgen. Alles muss mehrfach abgesichert sein, und es hat immer einer von uns Rufbereitschaft.

Stichwort Klimaanlage – man liest immer wieder, dass Krankenhauskeime über die Klimaanlage verbreitet werden?
Da hat das historische Schloss einen großen Vorteil. Durch die dicken Naturstein- Wände und die hohen Räume braucht das Schloss keine zusätzliche Klimaanlage. Selbst bei Temperaturen wie jetzt ist es im Schloss immer noch angenehm. Ein moderner Betonbau kann da nicht mithalten. OP und Wachstation haben separate Klimaanlagen. Man hat uns bestätigt, dass die Technik in diesen Bereichen zum Besten gehört, was man in Deutschland finden kann.

Also ideale Bedingungen für eine optimale Krankenhaushygiene. Welche weiteren Wirtschafts- und Versorgungsbetriebe gibt es noch?
Neben der Verwaltung im engeren Sinn unsere hervorragende Küche – 95% unserer Patienten sind mit dem Essen zufrieden und sehr zufrieden – und das bei 600.000 Essen im Jahr. Natürlich unsere Wäscherei, die auch für andere Krankenhäuser des Bezirks tätig ist und 1 Million kg Schmutzwäsche im Jahr reinigt, und der zentrale Reinigungsdienst mit 60 Mitarbeitern, ohne die ein Krankenhaus gar nicht funktionieren kann. Wir alle kennen uns schon lange. Und wir arbeiten gerne im Schloss, denn wir werden gebraucht und es geht voran.

Der Bezirk Unterfranken gilt mit dem Schloss als größter Arbeitgeber im Landkreis. Bilden Sie auch aus?
Im Schloss arbeiten rund 1.000 Beschäftigte. Seit 1993 bilde ich selbst jeweils 2 Auszubildende zu Elektrofachkräften aus. Besonders stolz bin ich, dass einer meiner ehemaligen Azubis mittlerweile seine Meisterprüfung mit dem Bayerischen Staatspreis abgelegt hat. Er arbeitet natürlich weiterhin bei uns.

Was sind Ihre aktuellen Projekte?
Für die Orthopädie bauen wir für unseren Schmerztherapeuten neue Praxisräumlichkeiten. Voraussichtlich ab 1.8. wird er in 4 historischen Räumen mit moderner Ausstattung seine Sprechstunde anbieten. Dann bereiten wir natürlich auch mit Hochdruck die Schlossnacht am 25.7. vor.

Kommen Sie selbst aus Werneck?
Ja, ich bin hier geboren und lebe mit meiner Frau Ulrike, die auch seit vielen Jahren als Krankenschwester im Hause tätig ist, und unseren beiden Kindern Sophie und Benedikt in Werneck.

Was sind Ihre Hobbys?
Mit meinem Sohn gehe ich gern zum Angeln und fahre seit 7 Jahren regelmäßig lange Radstrecken.

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