
Jeder Mensch hat Angst vor dem Krankenhaus. Aber das Krankenhaus ist keine Maschine, denn Medizin wird von Menschen gemacht. Um den Lesern einen Einblick hinter die Kulissen zu gewähren, kommen in zwölf Folgen Mitarbeiter des Orthopädischen Krankenhauses Schloss Werneck zu Wort, die sich und ihren Arbeitsplatz vorstellen. In der heutigen Ausgabe sprechen gleich 3 Oberärzte des Orthopädischen Krankenhauses, Dr. med. Dietmar Schmeel, Dr. med. Peter Karl und Dr. med. Björn Oswald, der das Team seit dem 1.10.2010 verstärkt.
Herr Oberarzt Dr. Schmeel, Sie sind der Unfallchirurg im Team?
Das Orthopädische Krankenhaus ist ja auch traditionell sehr unfallchirurgisch geprägt. Schwere Gelenkfrakturen, Marknägel, aber auch Hand- und Fußverletzungen gehören in mein Spektrum. Außerdem gehört die Behandlung von Infekten in Gelenken oder Knochen sowie die Behandlung von Falschgelenken, also Pseudarthrosen, zu unserem Spektrum. Darüber hinaus bin ich der zugelassene Durchgangsarzt des Krankenhauses, also bin ich auch für alle Berufsunfälle zuständig.
Man hört bei Ihnen einen leichten schwäbischen Akzent?
Als gebürtiger Schwabe hat mich mein Beruf über mehrere Stationen ins schöne Unterfranken geführt. Vorher habe ich die Ausbildung zum Unfallchirurgen an der Uni-Klinik in Leipzig abgeschlossen. Im Schloss Werneck fühle ich mich sehr wohl. Meine beiden Kinder sind gebürtige Unterfranken.
Herr Oberarzt Dr. Karl, Sie haben auch Ihre Ausbildung in Werneck absolviert?
Tatsächlich bin ich so etwas wie ein Hausgewächs. Ich komme ursprünglich vom Untermain – aus Kleinwallstadt. Nach Beginn meiner Ausbildung in Werneck direkt nach dem Studium und einem Abstecher in die Unfallchirurgie bin ich schließlich hier im Schloss geblieben, habe zunächst den Orthopäden und später ergänzend den neuen Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie gemacht.
Was sind Ihre Schwerpunkte?
Hauptsächlich beschäftige ich mich mit der Chirurgie der unteren Extremitäten und so auch mit der Fußchirurgie.
Was versteht man unter Ästhetischer Fußchirurgie?
Das sind spezielle Operationstechniken im Bereich des Vorfußes, die wir von einem renommierten französischen Fußchirurgen – Dr. Barouk aus Bordeaux – gelernt haben. Das Ziel dabei ist die Beseitigung von Fehlstellungen, was zu einem schmaleren Vorfuß führt und das Tragen von normalem bzw. modischem Schuhwerk oft erst wieder möglich macht. Dabei können wir auf Versteifungen von Zehengelenken weitgehend verzichten. Ein spezieller, hier entwickelter „Wernecker Schuh“ erlaubt dem Patienten die frühzeitige Vollbelastung.
Herr Dr. Oswald, Sie sind der Neuling im Team in Werneck. Was wird Ihr Schwerpunkt?
Zunächst einmal bin ich Orthopäde und Unfallchirurg. Meine bisherigen Tätigkeitsschwerpunkte waren neben allgemeiner Orthopädie, Sportmedizin und Sportverletzungen aber vor allen Dingen die Schulterchirurgie.
Sie haben einen weiten Weg hinter sich.
Ich bin in Schweinfurt geboren, die Bundeswehr hat mich jedoch schon bald nach dem Abitur in die Fremde geführt. Nach dem Studium in Regensburg und Würzburg war ich zunächst in Koblenz, Hammelburg, Ulm und Berlin ärztlich tätig. Durch meine regelmäßigen Auslandseinsätze auf dem Balkan und in Afghanistan konnte ich durch meine Arbeit in multinationalen Teams viele wertvolle Erfahrungen sammeln, die über den sonstigen medizinischen Alltag hinausgehen. Meinen Facharzt habe ich im Bundeswehrkrankenhaus in Berlin gemacht, wo ich zuletzt auch Oberarzt war. Neben den Auslandseinsätzen war ich eine Zeitlang auch in der Unfall- und Wiederherstellungschirurgie in der Charité tätig.
Herr Oberarzt Dr. Schmeel, was unterscheidet Werneck von anderen Kliniken?
Die hohe Arbeitsintensität, das enge Miteinander und die technische Ausstattung, die besser ist als an den meisten anderen Kliniken, die ich kennen gelernt habe.
Herr Oberarzt Dr. Karl, was bedeutet Werneck für Sie?
Für mich als Nostalgiker ganz wichtig ist das Arbeiten in historischem und naturnahem Ambiente – und dies kombiniert mit einem hochmodernen Innenkern.
Herr Oberarzt Dr. Oswald, was wollen Sie in Zukunft erreichen?
Mein Schwerpunkt wird die Sporttraumatologie und Schulterchirurgie sein. Hier habe ich einige arthroskopische Verfahren für die arthroskopische Reparatur der Schulterkapsel nach Schulterverrenkungen mit im Gepäck, die ich in Werneck einführen will. Zusammen mit Herrn PD Dr. Eberhardt vom MRT-Kompetenzzentrum will ich eigene Verfahren zur Darstellung bestimmter Schulterverletzungen mittels Kernspintomographie entwickeln, und natürlich wollen wir gemeinsam die Versorgung mit Schulterprothesen ausbauen.
Meine Herren, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.