
Das Pflegemodell nach Dorothea Orem
Das Pflegemodell der Amerikanerin Dorothea OREM entspricht unserem Verständnis von Pflege und kommt daher im Orthopädischen Krankenhaus Schloss Werneck zur Anwendung.
D. Orem unterteilt ihre Selbstpflegedefizit-Theorie in drei Teiltheorien: die Selbstpflege, das Selbstpflege-Defizit und die Pflegesysteme.
Schwerpunkt dieses Modells bildet die so genannte Selbstpflege. Sie besagt, dass ein erwachsener Mensch grundsätzlich für sich persönlich sorgen und alle alltäglichen Handlungen selbstständig ausführen kann. Ist diese Kompetenz aufgrund von Faktoren wie Alter, Krankheit odervorübergehenden Behinderungen eingeschränkt, soll der Patient laut Dorothea OREM wieder in seine Selbstständigkeit zurückgeführt werden.
Konkret bedeutet dies: Die Pflegfachkraft greift nur dann aktiv ein, wenn der Patient nicht mehr für sich selbst sorgen kann. Jeder Mensch hat die begrenzte Möglichkeit, durch Mobilisation von Ressourcen, ein Selbstfürsorgedefizit auszugleichen. Erst wenn dies nicht mehr ausreicht, wird das Eingreifen von unseren examinierten Pflegefachkräften, notwendig.
Dieses Pflegemodell weicht von dem allgemeinen Verständnis, wonach der Patient als passiver Empfänger von Pflegehandlungen gilt, ab und sieht ihn als eine aktiv handelnde Person, die für sich selbst sorgt. Grundvoraussetzung hierfür ist allerdings, dass der Patient seinen Gesundheitszustand realistisch einschätzen kann. Aber auch unsere Pflegefachkräfte sind gefordert, ein realistisches Bild von der zu pflegenden Person zu zeichnen, deren Potenziale festzustellen und in das Pflegekonzept einzuplanen.
D. Orem betont, dass die Kommunikation mit dem Kunden und seinen Bezugspersonen in jeder Phase des Pflegeprozesses von besonderer Bedeutung ist. Orem sieht Pflege nicht als einseitige Handlung der Pflegekraft an, sondern als gleichberechtigte Interaktion zwischen Kunde und Pflegeperson.
